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Sport und Computer – in der Hamburger Stadtteilschule „Alter Teichweg“ gehört beides zusammen

An der Hamburger Stadtteilschule Alter Teichweg passiert viel; Sport treiben und digitale Nüsse knacken, gehört hier zusammen. Traditionell wird an der Stadtteilschule „Alter Teichweg“ dem Leistungssport großer Raum gegeben. So ist aktuell von der 5. bis zur 10. Klasse pro Jahrgang eine sportbetonte Klasse eingerichtet. Ab der 11. Jahrgangsstufe setzt eine individuelle Leistungsförderung ein, die Schule ist seit 2006 offiziell „Eliteschule des Sports“. Die Schulstrukturen sind so aufgebaut, dass Schule und Leistungssport optimal miteinander vereinbar sind. Um die schulischen und sportlichen Leistungen optimal zu fördern, ist eine Verzahnung dieser Strukturen unabdingbar.

„Die Arbeit mit „neuen Medien“ im Unterricht wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Digitale Medien werden mehr und mehr Einzug halten in die Klassenzimmer, Internet und der Computer sind nicht mehr aus dem Schulalltag wegzudenken, so auch an der Hamburger Stadtteilschule Alter Teichweg“, stellt der Medienkoordinator der Schule, Simon Geschke, heraus. Er ist davon überzeugt, das Lernen und Lehren mit dem Internet und dem Computer kann den Unterricht interessanter, anregender und effektiver gestalten. In vielen Fällen eröffnen sich auf diese Weise neue Lern- und Arbeitsmöglichkeiten. Die Bedeutung digitaler Medien ist dabei keinesfalls auf schulisches Lehren und Lernen beschränkt, sondern spielt auch in vielen anderen Bereichen wie in der Jugendarbeit, beruflichen Bildung, Erwachsenenbildung und im Kontext des lebenslangen Lernens eine wichtige Rolle. Laut Rahmenplan ist Medienerziehung ein Aufgabengebiet, das in allen Fächern Berücksichtigung finden sollte.

Mit ihrem Medienkonzept verfolgt die Hamburger Stadtteilschule „Alter Teichweg“ wichtige Zielsetzungen. So geht es in erster Linie darum, dass die neuen Medien zu selbstverständlichen Werkzeugen im „ganz normalen“ Unterricht werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen moderne Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und der Gestaltung von Medien. Sie lernen Medieninhalte kritisch zu hinterfragen, sich in einer von Medien geprägten Welt sicher zu bewegen und ihre Interessen zu wahren. Sie sollen die Schule mit einer Medienkompetenz verlassen, die in Ausbildung und Beruf heutzutage erwartet wird und insofern auch ihr Selbstbewusstsein stärkt.

Die Schulstrukturen der Eliteschule des Sports sind so aufgebaut, dass Schule und Leistungssport optimal miteinander vereinbar sind. Die vorhandenen Netbooks stehen den 24 Schülerinnen und Schülern der 10. Sportlerklasse zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse sind durch ihren Leistungssport häufig deutschland- oder europaweit auf Wettkämpfen, Turnieren oder anderen sportlichen Maßnahmen unterwegs. Das primäre Ziel soll es daher sein, häufige Abwesenheiten der Sportklassenschüler/-innen weitestgehend zu kompensieren. Die Arbeit mit dem Netbook soll daher eng mit der intensiven Nutzung der Internetlernplattform SchulCommSy verzahnt werden. Dies soll den unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit geben, mit den Schülerinnen und Schülern asynchron zu arbeiten und sie stets „auf dem Laufenden“ zu halten, auch wenn sie durch sportliche Maßnahmen dem Schulunterricht fernbleiben müssen. Sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Kolleginnen und Kollegen ist dies ein sicherlich großer und wichtiger Schritt in die Welt der „neuen“ digitalen Medien. Das Kollegium steht dem Einsatz der digitalen Medien sehr aufgeschlossen gegenüber und zeigt eine hohe Bereitschaft, diese im Unterrichtsgeschehen auch einzusetzen. Das Projekt wird gemeinsam mit der Universität Hamburg evaluiert.

Doch der Einsatz digitaler Medien beginnt an der Stadtteilschule nicht erst in der 9. Klasse. Der „Führerschein für PC und Medien“ bietet bereits in der Primastufe den Schülerinnen und Schüler eine erste Annäherung mit dem Computer. Inhaltlich soll der Führerschein in mehreren Modulen mit insgesamt drei Zertifikaten aufgebaut sein und den Kindern die Grundlagen im Umgang mit dem Medium Computer vermitteln. In der Grundschule beginnt die Ausbildung im 3. und 4. Jahrgang mit dem Modul 1 „Computerführerschein“. Inhaltlich sollen den Schülerinnen und Schülern hier die Basiskompetenzen vermittelt werden. Hierzu werden die Klassen mit adäquaten und altersgerechten Computern ausgestattet. Hier bieten sich die Classmate-PCs der Firma Intel an, die sich nach der Erfahrung der Medienpädagogen der Schule sehr gut für den Einsatz in Primarschulen eignen und den Schülerinnen und Schülern ein interaktives Agieren mittels Touchscreen und Pen ermöglichen. In der Sekundarstufe I der Stadtteilschule soll die Ausbildung mit dem Modul 2 „Medienführerschein“ in Jahrgang 7 fortgesetzt werden und hier den Schülerinnen und Schülern vertiefte Kenntnisse von Hardware und Softwareanwendungen vermitteln. Für Quereinsteiger/-innen gibt es die Möglichkeit der Teilnahme an einem Basismodul, welches über den Neigungskursbereich des Ganztagsschulbetriebs abgedeckt werden kann. Die Ausbildung setzt sich dann in Jahrgang 9 und 10 in verschiedenen Stufen fort und schließt mit dem Modul 3 „Zertifikat Medien“ ab. Im Bereich der Sekundarstufe II soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit (z.B. im Rahmen eines Seminarkurses) gegeben werden, den Europäischen Computerführerschein (ECDL) zu erlangen.

von Simon Geschke (Medienkoordinator, STS Alter Teichweg, Hamburg)©